Tagebuch

Hier entsteht mein Reisetagebuch. Jeden Tag werde ich meine Erlebnisse in Worte kleiden.

Auf der linken Seite können die einzelnen Wochen angeklickt werden.

Ich wünsche Euch viel Freude beim Lesen und Rumstöbern.

Erste Impressionen
aus dem thüringisch-fränkischen Abschnitt der 1.400-Kilometer-Wanderung.

"Grünes Band" - der heutige Name des ehemaligen "Todesstreifens".
Und meine Strecke für die nächsten 1.400 Kilometer und Heimat für die kommenden 91 Tage zwischen Hof (Bayern) und Travemünde (Ostsee).

Barbara Bürger, Harald Riese, Maria Westerveld, Anja Palitza
Die "Wandersfrau" mit Ihren Organisations-Engeln

Harald hat die ersten sechs Wochen die Streckenabschnitte und Unterkünfte geplant und die Pressearbeit übernommen. Maria, seine Frau, hat die Essensversorgung in der Planung und Durchführung in den ersten vier Wochen übernommen.

Links im Bild steht Barbara Bürger im Gespräch mit dem Imker, Hartmut Höra. Barbara gehört mit zu unserem Organisationsteam und hat einen ganz großen Teil der Strecke mit geplant und viele Unterkünfte im oberen Teil der Strecke organisiert.

Ohne die drei hätte die Wanderung nicht in dieser Form stattgefunden. Habt vielen Dank dafür. Es ist und bleibt ein unschätzbarer Wert, der damit für alle Teilnehmer geschaffen wurde.

'Die Grenze'

Die meisten Grenzpfosten wurden in den Neunziger Jahren Opfer von Trophäen-Jägern und zieren heute private Gärten und Partykeller.

Im ehemaligen Grenzort Heinersdorf steht noch ein Stück der Mauer und Herr Eckard, der Leiter des dortigen Museums, erzählt von den Tagen der Öffnung der Grenze.

Die düstere Atmosphäre an der Mauer bis 1989.

In einigen Grenzorten gibt es heute Museen, die die deutsch-deutsche Trennung dokumentieren. Hier in Probstzella.

Die ehemaligen Befestigungsanlagen der Mauer sind auch heute, 20 Jahre nach dem Mauerfall noch Mahnmal der Trennung.

Anblick des Ortes Heinersdorf von Westen aus.

Und so sieht der Todesstreifen vielerorts heute aus. Verwildert und zugewachsen, als Wanderweg nutzbar.

Manchmal endet er auch abrupt und Wandersfrau und Wandersmann müssen sich einen Weg durch die Wildnis bahnen.

In wenigen Jahren wird die ehemalige Grenze in der Natur nicht mehr zu erkennen sein.

Der "Kolonnenweg" diente den Grenzsoldaten zum Abfahren der Grenze mit einem PKW und bestand aus Lochplatten aus Beton. Das erfordert beim Begehen einige Konzentration, denn man knickt in den Löchern schnell mit dem Fuß um. Da braucht man schon stabile Wanderschuhe.

'Die Wanderer'

Hier die Gehwerkzeuge unseres bislang jüngsten Teilnehmers, Otto - gerade mal 2 1/2 Jahre jung.

Wenn man genau hinschaut, sieht man ihn hier auf den Schultern seiner Mutter.

Die Wanderstrecke ist gleichzeitig Treffpunkt und Austauschmöglichkeit für Junge und Alte und für Große und Kleine.

Bis zu 14 Personen waren wir an besuchsstarken Tagen bereits.

Spurensuche. Es ist ein Geschenk, dass immer wieder auch interessierte Grenzbewohner mitwandern. Walter Friedrich, der ehemalige Schulleiter der Grundschule in Mupperg und heute Buchautor und Experte für die regionale Geschichte, berichtet uns über die Vergangenheit und zeigt uns "Zeitzeichen" am Wegesrand, die wir übersehen hätten.

Abschied von Gerlinde und Walter Friedrich, die uns durch die Kirchenführung, die Gespräche am Abend und die Führung entlang der Grenze schon ans Herz gewachsen sind.

'Die Begegnungen'

Der Kontakte in den Gästehäusern der Pfarrgemeinden sind durchweg herzlich und häufig werden wir mit Kaffee und Kuchen empfangen.

Vier Franziskanerinnen haben sich am Startwochenende angeschlossen und sind mitgewandert.

Frühstück mit Gemeindemitgliedern des Grenzortes Mupperg.

Begegnungen, wie hier mit der Künstlerin Helga Depping aus Tettau, lassen uns immer wieder über den eigenen Tellerrand hinausschauen und helfen uns, die Perspektive zu wechseln und neue Eindrücke zu gewinnen.

In Lehesten bekommen wir Besuch von Kindern und Erziehern aus dem Jugenheim in Ranis (meinem Arbeitsplatz). Lehesten ist der Geburtsort einer Kollegin.

Die Begegnungen mit den Menschen der Grenzorte sind kurz und doch sehr herzlich. Es kommt oft zu Gesprächen, die man sonst nur mit Freunden hat. Der Abschied ist dann gekennzeichnet von Freude über die Begegnung.

In Berkach waren wir eingeladen zum Richtfest eines Anbaus der dortigen jüdischen Synagoge. Hier war besonders deutlich zu spüren, wie stark die Sehnsucht nach Verbindung und Frieden auch zwischen Menschen verschiedener Religionen ist.

Spontane Musik und Gesang verbinden Menschen verschiedener Kulturen trotz unterschiedlicher Sprachen und Altersstufen immer wieder schnell und wir staunen oft, wieviel Spaß und Freude dabei generiert werden.

Große Freude über den Besuch von Simran Wester, Sabine Fiedel und Esther Gerdts.

'Pausen und Brotzeiten'

Frische Bio-Lebensmittel nähren die Gruppe körperlich.

Bei schönem Wetter frühstücken wir gern draußen.

Während der Wanderstunden finden wir immer wieder schöne Plätze...

... manchmal auch direkt auf dem Grenzweg.

Gemütliche Picknickplätze an Dorfteichen...

... oder malerischen Flußauen sorgen für kommunikative und entspannende Pausenstimmungen.

Das Wetter hält uns nicht von unseren Pausen ab.Hier nutzen wir die karge Infrastruktur im Wald - ein Jägerhochsitz schützt uns vor einem Regenguss.

'Unterwegs'

Neuhaus - eines der typischen Dörfer in unmittelbarer Nähe zu Grenze.Wer hier als Einwohner Gäste von ausserhalb des Dorfes empfing, wurde von den überall ansässigen "informellen Mitarbeitern" des Staatsschheitsdienstes argwöhnisch beäugt. Unzählige harmlose Kontakte wurden als mögliche Rechtsverletzungen in Stasi-Akten dokumentiert.

Kreatives unterwegs: Eine Waldlichtung lud ein, Zeichen zu hinterlassen.Gewaltfreie Kommunikation ist die Sprache des Herzens und wird durch die Giraffe symbolisiert.

Die Kirche von Burggrub thront malerisch über dem Dorf. Der Kirchplatz und auch unsere Unterkunft im Gemeindehaus bieten Ausblicke auf die ehemalige Grenze am Waldrand gegenüber.

Abendstimmung...

Morgenstund´ hat Gold im Mund...

Die Weite lädt ein, die Gedanken schweifen zu lassen.

Der thüringisch-fränkische Abschnitt der Grenzwanderung belohnte uns bereits in den ersten Tagen mit Eindrücken, die lebenslänglich bleiben werden:

Herzliche Begegnungen mit Menschen, die man wiedersehen möchte. Erkenntnisse über andere Menschen und sich selbst, denn Reisen bildet nicht nur intellektuell. Entspannung, Freude und Spaß beim und durch das Unterwegssein auf Schuster´s Rappen.

Zuletzt geändert am 03.12.2012 13:56 Uhr